Gewölleuntersuchung - Habitatvergleich 2
Bestimmung des Beutespektrums der Schleiereule mit Hilfe von Gewölleuntersuchungen aus drei unterschiedlichen Habitaten im Ennepe-Ruhr-Kreis
Facharbeit im Leistungskurs Biologie vorgelegt von Christine Wecker, Schuljahr: 2008/2009
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Vorwort Diese Facharbeit ist entstanden mit der freundlichen Unterstützung von Elke Zach-Heuer von der Biologischen Station Ennepetal, die mir Gewölle aus einem Habitat besorgt und mich mit zusätzlicher Literatur und Untersuchungsgeräten versorgt hat. Zudem mit der freundlichen Unterstützung von Bernd Jellinghaus, ehrenamtlicher Mitarbeiter von NABU.
1 Einleitung Vor Erstellung dieser Facharbeit, wusste ich relativ wenig über die Schleiereule und das Thema selbst. Dies hat sich mit der Erarbeitung dieser Facharbeit geändert und weckte in mir Interesse an dem Thema. Im weiteren Verlauf werde ich zuerst die Schleiereule, deren Beutespektrum es zu bestimmen gilt, vorstellen. Danach erfolgt eine wissenschaftliche Analyse von Gewölleproben aus drei Habitaten. Zuletzt werde ich auf die Beutefunde eingehen, indem ich sie in Beziehung zu den einzelnen Habitaten setze. Dies ist vor allem relevant, wenn sich die Beutespektren sehr voneinander unterscheiden.
2 Monographie Tyto alba Die Familie der Schleiereule (Tytonidae) ist in zwei Gattungen mit elf Arten unterteilt. Die Schleiereule (Gattung Tyto) mit neun Arten und die Maskeneule (Gattung Phodilus) mit zwei Arten. Im Folgenden möchte ich genauer auf die Art Schleiereule (Tyto alba) der Gattung Tyto eingehen, indem ich einen Überblick über ihre Charakteristiken und Lebensweise gebe.
2.1 Charakteristiken Die Schleiereule ist taubengroß (ca.35 cm). Ihre Oberseite ist hell goldbraun bis rotbraun gefärbt. Im Flug ist ihre weiße, fast ungezeichnete Rumpf- und Unterseite zu erkennen. Je nach Unterart kann die Rumpfunterseite mit dunklen Tropfenflecken gezeichnet sein. Eine Besonderheit der Schleiereule ist ihr weißes Gesichtsfeld, welches an einen herzförmigen Schleier erinnert. Ihre Augen sind schwarz und relativ klein. Der Schnabel der Schleiereule ist weißrosa, gelblich bis grauweiß gefärbt. Er wirkt klein, da er tief heruntergezogen ist. Eine weitere Besonderheit der Schleiereule ist das Fehlen von Ohrfedern. All diese Charakteristiken führten dazu, dass die Schleiereule eine Sonderstellung gegenüber den übrigen Eulen einnimmt.
2.2 Verbreitung und Lebensraum Die Schleiereule ist in vielen Teilen der Welt verbreitet. So trifft man sie in Europa, Südasien, Australien, Afrika, Nord- und Südamerika an. In Mitteleuropa lebt die Schleiereule in enger Nachbarschaft zum Menschen. Sie wohnt in Mauerhöhlen und in Gebäuden wie zum Beispiel Dachböden, Scheunen und Kirchtürmen, wo sie ungestörte Schlupfwinkel als Tagesruhesitz und Brutplatz benutzt. Auf freie An- und Abflugmöglichkeiten legt sie dabei offenbar großen Wert. Sie ist ein ausgeprägter Kulturfolger und nimmt auch Nistkästen an, dennoch bleibt ihre Lebensweise heimlich und scheu. Zum Jagen bevorzugt die Schleiereule eine halboffene und strukturreiche Kulturlandschaft, vor allem Dauergrünlandbereiche, wo es zu Feldmaus-Gradationen kommen kann. Größere Waldgebiete meidet sie weitgehend, jedoch jagt sie oft auch an Waldrändern, weil es dort relativ viele Kleinsäuger gibt. Zusätzlich bevorzugt die Schleiereule tief gelegene Gebiete, da sie relativ kälteempfindlich ist und deshalb den Winter dort besser überleben kann. Man trifft sie selten in Gebieten über 600 m Höhe an.
2.3 Sinne und Verhalten Die Schleiereule ist ein nachtaktives Tier und lebt, wie schon erwähnt, heimlich und scheu. Aufgrund dessen ist sie tagsüber sehr selten zu sehen. Der Flug der Schleiereule ist aufgrund ihrer Gefiederstruktur nahezu lautlos. Obwohl die Schleiereule keine Ohrmuscheln besitzt, ist ihr Gehör äußerst präzise. Ihr Gesichtsfeld arbeitet wie eine Satellitenschüssel und bündelt den Schall und leitet ihn zu den Ohröffnungen. Durch die Richtung von eingehenden Tönen, kann die Schleiereule ihre Beute bei der Jagd genau lokalisieren. Zusätzlich jagt die Schleiereule auch über ihr gutes Sehvermögen, dieses hat eine 3 bis 10 fach bessere Dämmerungsleistung als Menschen. Sie erwirbt ihre Nahrung im Suchflug mit niedrigen Gleitstrecken und als Ansitzjagd. Darüber hinaus kann sie auch fliegende Beute schlagen. Die Schleiereule verspeist ihre Beutetiere mit Haut und Haar, doch restlos verdauen kann sie sie nicht. Wenige Stunden bis einen Tag nach der Nahrungsaufnahme werden die unverdaulichen
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