Sommerquartiere von Fledermäusen II
Reichenbach-Gymnasium Ennepetal - Felicitas Lindner
Aufnahme von potenziellen Sommerquartieren unter Berücksichtigung des Umfelds als Jagdhabitat in Ennepetal-Burg
Facharbeit von Felicitas Lindner Vorgelegt von Felicitas Lindner Schuljahr 2008/2009
Als die möglichen Themen für meine Facharbeit bekannt gegeben wurden, war mir klar, dass ich mich mit der Lebensart der Fledermaus beschäftigen möchte. Schon immer haben mich diese außergewöhnlichen Tiere fasziniert. Mit ihrer außergewöhnlichen Art sich zu orientieren heben sie sich von den meisten gewöhnlichen Säugetieren ab. Auch aufgrund der Unwissenheit vieler Menschen halte ich es für angebracht zur Aufklärung über die Lebensweise der Fledermäuse beizutragen. Schließlich stehen die fliegenden Säuger unter Artenschutz. Zu Beginn meiner Facharbeit werde ich allgemeine Angaben zu den Fledermäusen und dem Batcorder machen. Darauf folgen meine Untersuchungsergebnisse des Ortes Ennepetal – Burg.
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Auszug: 1.1 Allgemeine Informationen über die Fledermaus Schon seit über 50 Millionen Jahren1 leben die Fledermäuse2 in Deutschland. Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Arten. In Europa davon ungefähr 37, in Deutschland 24 und in NRW sind 21 verschiedene Arten bekannt 3. Jedoch sind die fliegenden Säuger durch Nahrungsmangel und Quartierverlust / -mangel vom Aussterben bedroht und stehen somit unter Artenschutz. Fledermäuse halten Winterschlaf, der bis zu 6 Monate dauert. Danach gehen sie jede Nacht auf die Jagd. Zur Orientierung und zum Fassen der Beute nutzen sie die Echoortung. Die Fledermäuse stoßen, für den Menschen nicht hörbare, Ultraschalllaute aus. Menschen können die Rufe nicht hören, da sie über dem für Menschen hörbaren Frequenzbereich liegen. Heutzutage ist dies jedoch durch Ultraschallmikrofone, die die Fledermauslaute in für den Menschen hörbare Töne umwandeln, möglich. Durch Mund und Nase4 werden Ultraschalllaute ausgestoßen und anhand der Echos sind sie fähig, die Distanz, Richtung, Größe, Form und Struktur der Beute oder des Hindernisses zu erkennen. Die Rufe sind nicht, wie die meisten es sich vorstellen, schreiartig, ähnlich wie bei Vögeln, sondern eher wie ein klopfen. Man unterscheidet zwischen feuchten und trockenen Rufen. Feuchte Rufe kann man sich in etwa so wie das Tropfen eines Wassertropfens vorstellen. Trockene Rufe hingegen wie das Klopfen an eine Holztür5. Die Rufe werden nicht dauerhaft ausgestoßen, sondern periodisch abgegeben. Wenn die Fledermaus dauerhaft Rufe ausstoßen würde, könnte sie kein Echo hören, weil sie für die Zeit ihres Schreies taub ist. Das liegt daran, dass das Ohr durch Muskelkontraktion geschlossen wird. Zu ihrer Nahrung zählen Insekten wie beispielsweise Mücken, Fliegen, Nachtfalter, Käfer, aber auch die verschiedensten Spinnenarten6. Andere Arten ernähren sich jedoch auch von Früchte, Nektar und Blütenpollen. Diese leben jedoch nicht in Europa7. Da Fledermäuse oft mit kleinen Vampiren in Verbindung gebracht werden gehen, sicherlich viele Menschen davon aus, dass sie sich von Blut ernähren. Dies stimmt, es sind jedoch nur 3 Arten, die sich von Wirbeltierblut ernähren. Die so genannten Vampirfledermäuse leben in Süd- und Mittelamerika und sind sehr klein und vergleichbar mit den Fledermäusen, die hier in Deutschland leben. Sie beißen den Tieren jedoch nicht in die Kehle, sondern ritzen eine kleine Stelle der Haut von Weidetieren oder Vögeln mit den Zähnen an und lecken eine kleine Menge des Blutes auf. Dieser „Biss“ ist nicht schmerzhaft für die Tiere. Die Fledermäuse bewohnen über ein Jahr verteilt in der Regel zwei verschiedene Quartiere. Ein Winterquartier, das die Fledermäuse für ihren Winterschlaf nutzen 8und ein Sommerquartier. Das Sommerquartier ist in zwei weitere Gruppen unterteilt. Die so genannte Wochenstube nutzen die Weibchen zur Aufzucht ihrer Jungen. Dies geschieht direkt im Frühjahr. In einer Wochenstube können sich bis zu mehrere tausend Fledermäuse befinden. Da die Jungen ohne Fell zur Welt kommen, ist so für Wärme gesorgt. Die Wochenstuben werden in der Nähe des Jagdhabitats gewählt, sodass die Weibchen keinen großen Zeitaufwand für die Jagd benötigen.
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